Die BDI CSR Abteilung econsense hatte unter dem Motto "Nachhaltiges Wirtschaften schwarz auf weiß- Neue Wege (!) der Unternehmensberichterstattung?" zur aktuellen Bestandsaufnahme des CSR Reporting in Deutschland geladen. (Danke für die Einladung) Für die Unternehmen referierten die RWE, BASF und die West LB. Die Zivilgesellschaft war vertreten durch Germanwatch und dem Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung.
Ernüchterndes Resultat des CSR Reportings in Deutschland: Stakeholder, die sich unter Umständen mal für einen CSR Bericht interessieren sind nach Einschätzung der Unternehmen in erster Linie: Finanzanalysten, Ratingagenturen, Aktionäre, dann noch mögliche Bewerber, Studenten und Unternehmensberatungen. NGOs sind nicht wirklich daran interessiert, was wohl daran liegen könnte, und in diesem Punkt zeigte man Einsicht, dass bislang nicht wirklich harte, d.h. vergleichbare Fakten transportiert wurden, sondern mit weichen Formulierungen a la "wir bemühen uns unseren CO2 Austausch zu verringern" nicht wirklich Substanz geliefert wurde, die den NGOs für eine Evaluierung der Nachhaltigkeitsstrategie nützen könnte.
Trotz der zunehmenden Bedeutung des ethisch- verantwortlichen Konsum war in der vierstündigen Debatte nicht ein einziges Mal die Perspektive eines Konsumenten präsent. Ist die Idee eines mündigens Bürgers, der sich für die Herstellungsmethoden interessiert so befremdlich? Offensichtlich ja. Statt dessen wunderte man sich, warum die CSR Berichte so selten angefordert werden und was wohl vonnöten sei, um die Leserschaft zu begeistern.
Die Lösung könnte in der Aufbereitung von Informationen über neuen Kanäle liegen. Sei es zum einen der Ausbau der Online Strategie aber zum anderen auch die Erhöhung der Dialogfähigkeit und Transparenz. Vor allem folgende Aussagen zur Online CSR-Kommunikation bringen den Stand der Unternehmen derzeit auf den Punkt:
"Social Media? Ja, wir haben einen RSS Feed und einen direkten Ansprechpartner" oder sinngemäß : "Wir können auf Print nicht verzichten, denn die Finanzanalysten wollen Papier"
Unternehmen müssen ansprechbarer werden, auch wenn u. U. die Nutzung von Social Media einen Kontrollverlust bedeutet. Denn die klassische One
Voice Policy ist im Netz nicht einhaltbar und wahrscheinlich auch gar nicht nötig.
Also liebe Unternehmen, neue Wege sehen für mich anders aus aber vielleicht könnt ihr dem abgefahrenen Zug irgendwann mal hinterher rennen. Ach so, ich glaube ich hatte das schon mal erwähnt, hier ist mal ein Beispiel von Online CSR-Kommunikation, die mir auf den ersten und zweiten Blick ganz gut gefallen hat.
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